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2004-12-13 |
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hrsg. von Gerburg Treusch- Dieter, Claudia Gehrke &
Ronald Düker, |
[fatale bewegungen: auto und musik] |1| Auto-Mobil und Musik ziehen mich in den Bann durch ein Spiel von Still-Stand und Bewegung. Vier Szenarien: in allen spielen Auto-Mobil und Musik
die bewegenden Rollen. |
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Auto-Mobil und Musik ziehen mich in den Bann durch ein
Spiel von Still-Stand und Bewegung: das Auto-Mobil ist für mich die
"Zelle", in der "einsitze", um mich fort zu bewegen-
immobil kann ich das Auto-Mobil als meine Selbst- Bewegung er-fahren.
Musik lässt alles um mich herum verstummen - die "Welt"
steht still und ich lasse mich in die Bewegung, den Rhythmus und Klang
der Musik ziehen. |
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1. Szenario ["My favourite game", Version 1]: play> |
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Ein schwarzes Cabrio steht am Rande eines Highways startbereit: aus dem Radio warnt eine Stimme vorsichtig zu fahren. Eine junge Frau am Fahrbahnrand sucht einen der dort liegenden Steine aus und legt ihn auf das Gaspedal. Sie steigt in das Auto, das Radio verstummt, Musik setzt ein und mit ihr beginnt eine rasende Fahrt. Im Song wiederholt sich ein bestimmter Rhythmus und der Refrain: "And I'm losing my favourite game". Während der Fahrt verursacht die Frau mehrere Unfälle, drängt andere Autos von der Bahn, überfährt Menschen, setzt aber ihre Fahrt ungehindert und ohne Zögern fort. Sie steht zwischendrin auf oder lenkt mit den Füßen. Als sie einen Kleintransporter entgegenkommen sieht, stellt sie sich mit ausgestreckten Armen hin, gibt das Steuer frei und lässt ihr Auto auf den anderen Wagen zurasen. |
"My favourite Game" |
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Was zunächst nach der Schilderung einer Autofahrt
aussieht, wird mit dem Einsatz der Musik und dem Ausblenden der Umgebungsgeräusche
zu einer Erzählung, in der sich eine eigene Welt eröffnet. Der
Musikclip "My favourite Game" (Musik: The Cardigans; Regie :
Jonas Akerlund 1998) zeigt eine Bildabfolge, die nicht die Ereignisse
einer Autofahrt abbildet, sondern erst die Ereignisse inszeniert, die
es nur im Musikvideo und seiner Story gibt. Auto und Musik spielen dabei
besondere Rollen: die Musik setzt einen Schnitt, der die Bilder von den
Geräuschen dessen, was zu sehen ist, trennt und mit dem Ablauf der
Erzählung verbindet. Anders als die Filmmusik referiert die Musik
des Clips nicht auf Körper/Bilder und die von ihnen initiierten Handlungsabläufe,
sondern stellt ein solches Szenario erst her. Das |
The Cardigans, Our
Lyrics Website, s.a. [15.05.2004] |
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1. Szenario ["My favourite game", Versionen 2-4]: <<rewind |
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Mit dem Zusammenprall der aufeinander zufahrenden Autos
endet die Musik, und es sind wieder Stimmen aus dem Radio zu hören.
Die Fahrerin liegt bewegungslos außerhalb des Auto-Mobils auf der
Fahrbahn. Dann erfolgt ein <<rewind, eine Rückbewegung und
ein erneutes Spiel, im Doppelsinn des play> der Musik und der Bildabfolge
sowie des "Game" mit verschiedenen Varianten der Schlussszene.
Die Musik setzt erneut ein und die Fahrt vom Loslassen des Steuers bis
zur fatalen Begegnung der beiden Auto-Mobile wiederholt sich. |
Cardigans Fan Website, up-to-date, |
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Das <<rewind stellt eine zeitliche Bewegung zurück her, von der aus die Ereignisse anders inszeniert werden können. Doch mit dem erneuten Sprung in den play> Modus der Musik und der Fahrt des Auto-Mobils auf dem Highway werden zwar nicht dieselben Ereignisse, aber ihre Linearität und Eindimensionalität wiederholt. Es gibt nur Varianten im Ablauf des "Games" Leben, seiner Kontingenz und Finalität. Die "Walkaway"- Version ist nicht das "Happy- End", sondern nur eine weitere Form des "loosing my favourite game", indem auch es im Verlassen des Highway und das heißt des Lebens endet. Das Auto-Mobil bleibt immobil, zerstört zurück. Die Musik lässt nicht verstummen, sondern verstummt selbst. |
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