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NGBK
 .berlin
 .01.03.01 - 06.05.01

 Joan Jonas
 .performances
 .videoinstallations

vertical roll, j.jonas left side right side, j.jonas organic honey, j.jonas
   
 

Die "Box" war das Format, das die Videokunst in ihren Anfängen vor über 30 Jahren bestimmte. Technisch auf den Monitor als Projektionsfläche angewiesen, bewegte sich das Videobild in einem Raum mit standardisierten Vorgaben. Der "Black Cube" (so der Name des in Ausstellungen beliebten Sony Monitors) bildete die "Box", die in ihrer neutralen und puristischen Struktur dem "White Cube" ähnlich war, dem Konzept des realen Ausstellungsraums in der Moderne

.rudolf frielingkontext video kunst
.white cube||black box .generali foundation 1996
.brian o'doherty .inside the white cube 1999

Eine Künstlerin, die sich in ihren Arbeiten auch immer mit den formalen Besonderheiten des Videos auseinandergesetzt hat, ist Joan Jonas. In den 70er Jahren ist sie bereits für ihre Performances anerkannt, als sie beginnt, die "Box" des Videos als Raum für ihre Inszenierungen von Körper und (weiblicher) Identität zu erschließen. Mit dem "Hineinklettern" in die "Box" erforscht Jonas gleichermaßen die Struktur des neuen Mediums sowie ihre eigene Position zu ihm.

Zwei in diesem Zusammenhang wichtige Arbeiten von ihr sind in Berlin zu sehen: "Organic Honey's Visual Telepathy/Organic Honey's Vertical Roll" (1972) in der NGBK ( bis 06.05.01) und als Neuerwerbung des NBK " Left Side Right Side" (1972).

 

 

In "Vertical Roll" (1972) experimentiert Jonas mit dem Einstellungsfehler, der das Bild weiter "rollen" lässt. Das Videobild wird zugleich in seinen Begrenzungen als "Box" und in seiner zeitlichen Dimension eines linearen Ablaufs sichtbar. Diese Struktur des Mediums bezieht Jonas auf die Erfahrung des eigenen Körperbildes. Die Fragmentierung des Videobildes durch das Format der "Box" entspricht der Wahrnehmung des eigenen Körpers als "zerstückelt". Erst durch die Vorstellung verschiedener weiblicher Gestalten wird die eigene Identität erfahrbar. Die Bildabfolge des Videos visualisiert diesen Prozess. Jonas verwendet sie als beständig wechselnde Bühne für die Inszenierung von Mustern weiblicher Identität. Am Ende ist das Gesicht als Ganzes zu sehen.

vertical roll, j.jonas
 vertical roll, j.jonas
left side right side,j.jonas

Jonas hat die Videoarbeit mit ihrer Performance "Organic Honey's Visual Telepathy" (1972) verbunden, in der sie ebenfalls zwei Stereotypen weiblicher Identität entwickelt: die "working woman" und die Verführerin. Die Ausstellung in der NBGK zeigt die Requisiten und Videoaufzeichnungen der Performance.

Mit dem Spiegel als Medium der Identitätsfindung hat sich Jonas in "Left Side Right Side" (1972) befasst. In Verbindung mit dem Bild in der "Box" des Videos entsteht ein Verwirrspiel der eigenen Körpervorstellungen. Das Videobild kehrt die Spiegelung um und zeigt ein vom Augen-Blick unabhängiges Selbstbild: einen "Replikanten", der als Bild gespeichert und mit der Technik des "forward", "rewind" and "still" in der Zeitdimension bewegt und immer wieder abgerufen werden kann. Diese Arbeit zählt zu den Neuerwerbungen des NBK, Berlin und kann dort gesichtet werden. Am 25.04. wird die Neuauflage des Katalogs vorgestellt.

.joan jonas .profile
.joan jonas, werkschau NGBK, oranienstr. 25 10999 berlin bis 06.05.01
.videoarchiv des
NBK, chausseestr.128 10115 berlin

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